So, jetzt wird das hier einfach reingewichst. Ja, reingewichst. Endlich – der Anonymität des Internets sei gedankt. Die Menschen sagen, wir lebten in einer freien Gesellschaft. Ich frage mich, wie frei diese Gesellschaft denn bitte sein soll, wenn einer wie ich, einer der “es geschafft” hat – (ja was geschafft, frage ich mich? Geschissen habe ich heute morgen) – wenn einer wie ich es bin, mit einem Anliegen wie dem meinigen nur unter verfälschtem Namen an die sogenannte “Öffentlichkeit” gehen kann. Öffentlich, was ist das? Sagen wir mal mein Schwanz ist privat. Die Amerikaner nennen das ja auch “Preivätts”, aber die meinen den Sack. Scheiss auf die Amis.
Naja, die Scheisse von heute morgen ist jetzt aber öffentlich. Hab ja auch auf einer öffentlichen Toilette geschissen. So einfach ist das.
Weiter im Wichs. Schwanzgebiete. Da unten. Manchmal glaube ich, ich kenne die alte Schlange gar nicht. Dabei wohnen wir schon so lange nebeneinander. Schon als Kinder haben wir miteinander gespielt. Rauf und runter mit der kleinen Mütze. Bis die Schlange weint. Ja, so war das.
Die Gesellschaft sagt ja immer, die männliche Sexualität sei böse. Das finde ich nicht! Mir kam und kommt es immer noch so vor wie bei einem Einhorn. Schön und anmutig, aber manchmal eben auch wild. Auf einem Einhorn kann man nicht reiten, heisst es. In meinen Träumen stimmt das aber nicht.
ich.
Früher war das Einhorn böse. Einmal kam Tante Lotti, und ich kam auch. Da hab ich mir den Schwanz so schlimm verbrannt, dass Tante Lotti mich fast ins Krankenhaus hatte bringen müssen. Der Reihe nach. Der alte Schlangenwichs, das Teil war am Kopf schon ganz rot, weil wir ja immerzu spielen mussten. Will das so, die alte Schlange. Immer und immer wieder: Commando Cobra. So haben wir das genannt. Weil das so klang wie Knight Rider. Also, ich dabei die Schlange zu melken. Hab dabei aber an Frau Schmöcker gedacht. Das war der Schlange ihre Idee. Ich 13, Frau Schmöcker: 54. Meine alte Lehrerin. Keine Ahnung, was sich die Schlange dabei dachte. Die Frau Schmöcker hat immer sehr sehr übel gerochen. Ich glaube sie mochte gerne Tsatsiki essen und Kaffee trinken. So hat sie gerochen. Vor allem aus dem Mund. Aber dann hat sie mir auf den Schwanz gespuckt! Und mich von oben bis unten mit ihrem dicken Speichel eingerieben, so dass es uns eine Freude war. Ich war ganz in einem Kokon aus ihrem zähflüssigem Schleim und spürte kleine gelbe Stückchen und Bläschen im Schleim auf meiner Haut. Ein ganz, ganz wohliges, schleimiges Gefühl. Alles ganz weich, feucht. Mittendrin die Schlange, der alte Fuchs, hart wie Elfenbein. Dann hat sie mich in den Mund genommen – die Frau Schmöcker. Weil, da war ich nur noch Schwanz. Nur noch Schwanz! Mein Kopf: Schwanz. Meine Beine: Schwänze. Meine Hände: zehn Schwänze.
Nun hatte ich aber vergessen, meine Micky Maus Leselampe auszumachen. War blöd, ich weiss. Und dann hat’s plötzlich gebrannt im Bett. Deswegen ist ja auch die Tante Lotti ins Zimmer gestürmt. Den Schreck kann man sich ja vorstellen. Jetzt ist das aber so: Die Schlange hat sofort gekotzt. Vor Schreck. Seitdem werde ich immer geil, wenn man mich erschreckt. Explain that, Pawlow! Ist nämlich nicht leicht zu erklären, denn das hat sehr wehgetan. Von der Stichflamme war mein Pimmel ganz angekokelt. Mit dem roten Schlitz vorne sah er fast ein wenig aus wie der Knight Rider.
Ach, wie gut mir das tut. Alles mal sagen! Und heute, 39 Jahre später, “turnt” mich diese Geschichte immer noch an. Wenn ich so an mir heruntersehe, äugelt mich die Cobra auch schon wieder direkt an. Und wieder einmal heisst es: Commando Cobra. Schön.

